John McCain gestorben

John McCain (1936-2018): ein amerikanischer Held

Sen. John McCain (R-AZ) starb am Samstag, 16:28 Uhr, im Alter von 81 Jahren nach einem monatelangen Kampf gegen einen Hirntumor.

McCain wurde 1936 auf einer US-Navy-Basis in Panama geboren, dem Sohn und Enkel der Karriere Navy Offiziere. Er absolvierte die U.S. Naval Academy und diente als Navy Pilot im Vietnamkrieg.

Er wurde 1967 über Hanoi abgeschossen und war fünfeinhalb Jahre lang Kriegsgefangener. McCain wurde von den Nordvietnamesen gefoltert, so dass er dauerhaft behindert war. Er lehnte es ab, vor den zuerst gefangengenommenen Kriegsgefangenen freigelassen zu werden – und verweigerte dem Feind damit einen Propagandacoup, da sein Vater damals der Kommandeur aller US-Streitkräfte in Vietnam war.

Nach seiner Freilassung 1973 studierte McCain am Naval War College in Washington, DC, wo er über die Frage von Amerikas Kämpfen in Vietnam rätselte und schließlich zu dem Schluss kam, dass mangelndes politisches Engagement zum Sieg zur Niederlage geführt hatte. Es war eine Lektion, die seinen späteren Ansatz, im Kongress, zu Amerikas ausländischen Interventionen führen sollte.

McCain wurde Verbindungsmann der Marine zum Senat 1977, der als seine Einleitung zur Politik diente. Er zog sich 1981 zurück und kandidierte 1982 für den Kongress in Arizonas erstem Kongressdistrikt und gewann. Er wandte sich gegen die US-Intervention im Libanon, trotzte Präsident Ronald Reagan und warnte davor, dass es keine klare Strategie für den Sieg gebe. Er hatte tragischerweise Recht, als ein Terrorist später in diesem Jahr eine Lastwagenbombe in die US-Marine-Kaserne in Beirut fuhr, Hunderte von amerikanischen und französischen Friedenstruppen tötete und zu einem amerikanischen Rückzug führte.

1986 gewann McCain seine erste Amtszeit im US-Senat und entwickelte seinen Ruf als „Außenseiter“, der sich seiner Partei widersetzte, wann immer er dachte, dass es zu weit nach rechts schwankte (oder, so die Kritiker, wann immer es seinen eigenen Ambitionen entsprach).

Im Jahr 2000 kandidierte McCain für das Amt des Präsidenten mit einer starken primären Kampagne gegen Texas-Gouverneur George W. Bush und gewann zwar New Hampshire, verlor jedoch eine bittere Vorwahl in South Carolina und dann die Kraft.

Im Senat fuhr McCain fort, sein Profil als Reformer aufzubauen. Im Jahr 2003 schloss sich McCain einer parteiübergreifenden Mehrheit im Senat bei der Unterstützung des Irak-Krieges an.

Im Jahr 2007 startete McCain eine zweite Präsidentschaftskampagne. Er galt als Long-Shot-Kandidat, insbesondere nachdem er Mitte 2007 mehrere wichtige Mitarbeiter verloren hatte. Aber sein unerschütterliches Engagement für den Aufschwung half ihm, sich von den anderen Kandidaten abzuheben, und die Wähler waren von der Kraft seiner Überzeugungen bewegt.

In der Wahl McCain dann Barack Obama gegenüber, der gerade einen großartigen, wenn auch brutalen, Sieg über Hillary Clinton in den demokratischen Vorwahlen gewonnen hatte. McCain traf die umstrittene Entscheidung, Obama nicht wegen seiner tiefen Verbundenheit mit dem rassistischen Chicagoer Prediger Jeremiah Wright anzugreifen – vielleicht aus Schuldgefühl für seinen eigenen frühen Widerstand gegen die Benennung eines Feiertags für Dr. Martin Luther King jr.

Als Mitte September die globale Finanzkrise einschlug, als der Wall Street-Riese Lehman Brothers zusammenbrach, nützte dies Obama, der monatelang die Wirtschaftsleistung der Bush-Administration kritisiert hatte. Obama gewann deshalb die Wahl mit Leichtigkeit.

Zurück im Senat stand McCain der Außenpolitik Obamas zutiefst kritisch gegenüber, da die neue Regierung sich von den früheren Verpflichtungen des Landes gegenüber dem Irak zurückzog und ein Vakuum für das iranische Regime und neue terroristische Gruppen wie den so genannten islamischen Staat schuf.

McCain verkündete im Juli, daß er einen Hirntumorf habe, aber fuhr fort, im Senat zu arbeiten. Sein Zustand verschlechterte sich in den letzten Monaten, und er kehrte nach Arizona zurück, um sich zu Hause zu erholen, umgeben von Freunden und Familie. Seine Familie verkündete am 24. August, dass er die medizinische Behandlung beendet habe.

Umm ihn trauern seine Frau Cindy McCain (geb. Hensley), seine ersten Frau Carol Shepp McCain, sieben Kinder, vielen Enkelkindern und seine Mutter Roberta, die im reifen Alter von 106 Jahren ihn noch überlebt.

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