Die Berliner Mauer

fl-usaEin Stück Erinnerung an die gemeinsame Geschichte und die Bedeutung des transatlantischen Bundes

Von Kathy Johnson

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Kathy Johnson, Leiterin des U.S. Diplomacy Center, über die Berliner Mauer, die gemeinsame Geschichte und die Bedeutung des transatlantischen Bundes, der am 17. August 2015 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministers, erschien.

An einem wunderschönen Morgen vergangene Woche versammelte ich mich mit anderen Menschen vor dem US-Außenministerium in Washington, um dabei zuzusehen, wie ein historisches Stück der Berliner Mauer von einem großen Tieflader heruntergehoben wurde. Während ich auf die Ankunft des Mauerstücks wartete, lauschte ich den Gesprächen um mich herum und beobachtete die anhaltenden Bauarbeiten am ganz neuen Museum und Schulungszentrum des Ministeriums, dem U.S. Diplomacy Center, das die neue Heimat dieses historischen Betonstückes werden soll. Wie passend, dachte ich, dass wir dieses erstaunliche Stück der Berliner Mauer am 13. August erhalten, dem Tag, an dem die Grenze zwischen Ost- und Westberlin 1961 geschlossen wurde.

Nach einer zweijährigen Reise durch Europa und über den Atlantischen Ozean wird dieses bemerkenswerte Artefakt Teil der Ausstellung im Diplomacy Center werden. Seine Reise wurde mit Unterstützung des Atlantic Council und durch eine Vereinbarung mit dem deutschen Unternehmen Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft möglich. Dieses einzigartige Mauerstück wurde persönlich von Menschen signiert, die eine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Kalten Kriegs gespielt haben, darunter auch der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush, der ehemalige Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow, der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, der ehemalige Präsident Polens und Anführer der Solidarnosc-Bewegung Lech Walesa, die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der ehemalige US-Außenminister James A. Baker.

Während ich zusah, wie der riesige Kran damit begann, das Mauerstück in den strahlend blauen Himmel zu heben, konnte ich sehen, dass viele Beobachter Tränen in den Augen hatten, während das Mauerstück immer höher stieg. Ein Zuschauer aus Deutschland erzählte von dem Mut seiner Familienangehörigen zur Zeit des Mauerbaus. Eltern erzählten ihren kleinen Kindern die Geschichten über die führenden Politiker, die dieses Segment der Mauer unterzeichnet haben. Ich spürte, wie sich ein Knoten in meinem Hals bildete, als dieses Stück der Mauer über die Stahlträger der neuen Dachkonstruktion des Museums gehoben wurde und einen Moment lang neben dem historischen Fahnenmast innehielt, der am Eingang des Außenministeriums in der 21. Straße steht. In diesem kurzen Augenblick verstummten die Gespräche, während dieses sichtbare Symbol für die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen gedreht und langsam in seine neue Heimstätte herabgelassen wurde.

Es ist eine große Ehre für das U.S. Diplomacy Center, der neue Standort dieses Artefakts lebendiger Geschichte zu sein, das von Staatschefs, führenden Politikern und anderen signiert wurde, deren Weitsicht und Stärke maßgeblich für die Grundlagen unserer heutigen starken freundschaftlichen Bande waren. Ich denke daran, dass die Mauer am 9. November 1989 – vor 25 Jahren – fiel und an das, was Präsident Obama sagte: „Das ruft uns in Erinnerung, dass Betonmauern und Stacheldraht den Willen gewöhnlicher Frauen und Männer, die entschlossen sind, in Freiheit zu leben, nicht aufhalten können.“

Patrick F. Kennedy, Staatssekretär für Verwaltung, Phillip Ackermann, Geschäftsträger a.i. der deutschen Botschaft, und Paige Ennis, Vizepräsidentin des Atlantic Council, sprachen alle über den Stellenwert der Beziehungen und die Bedeutung dieses Jahrestages. Als die Menge zu jubeln begann und Applaus einsetzte musste ich daran denken, wie sehr sich unsere Welt verändert hat und welch starke Bande der Freundschaft heute die Spannungen der Vergangenheit ersetzt haben. Heute spielt ein geeintes Deutschland eine führende Rolle in Europa und der Welt und gehört zu unseren stärksten Verbündeten. Das Mauerstück dient als ständige Erinnerung an unsere gemeinsame Geschichte und die unverzichtbare Rolle unserer transatlantischen Beziehungen für die Zukunft.

Ich möchte Sie herzlich einladen, den Fortschritt auf der Baustelle über unsere Webcam zu verfolgen. Für die Dauer der Bauarbeiten am Diplomacy Center, die um das Mauerstück herum noch andauern, wurde es mit einer Schutzhülle abgedeckt. Kommen Sie uns doch besuchen, wenn wir 2017 unsere Türen für die Öffentlichkeit öffnen. Wir sind nur wenige Schritte von der National Mall entfernt.

Originaltext: The Berlin Wall: A Reminder of Shared History, Value of Transatlantic Bond

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3 Gedanken zu “Die Berliner Mauer

  1. „Die Nato ist geschaffen worden, um die Russen draussen zu halten, die Amerikaner drin zu halten und die Deutschen unten zu halten.“

    Lord Hastings Lionel Ismay, erster NATO-Generalsekretär 1952

  2. Wir leben nicht mehr in der Zeit des Kalten Krieges.
    In den Nachkriegsjahren herrschten natürlich überall große Abneigung bis hin zu unversöhnlichem Hass gegenüber den „hässlichen Deutschen“ [s. Holocaust-Opfer (Israel), Lord Hastings, Morgentau-Plan, Felix Stojanowski (Polen) etc.].
    Doch insbesondere bei westlichen Alliierten setzten sich zunehmend realistische Erwägungen durch, dem deutschen Volk einen demokratischen Neuanfang zu ermöglichen;
    zumal jenseits des „Eisernen Vorhangs“ unter Stalin sowie seinen osteuropäischen Handlangern Massenmord, Terror, räuberische Enteignung des Hab und Guts ganzer Bevölkerungsschichten, Massenvertreibung mit neuen Konzentrationslagern (Gulags) – nicht nur in Ostdeutschland – zu neuer Schreckensherrschaft führten.

    So hat der Marshall-Plan nach 1947 mit seiner großzügigen Wiederaufbauhilfe auch für Westdeutschland Millionen Menschen vor dem sicheren Hungertod bewahrt.
    Die alte Bundesrepublik wurde als gleichberechtigtes Mitglied in die NATO aufgenommen.

    Etwas mehr Dankbarkeit und Wohlverhalten besonders gegenüber den US – Bündnispartnern für geleistete Wiederaufbauhilfe wäre angebracht ! ! !

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